Gelsenkirchen – Fußball, Industriekultur und Natur erleben

Die Halde Rheinelbe mit der Himmelstreppe.

Einer der beliebtesten Zoos Europas und das schönste Opernhaus des Reviers locken Gäste aus ganz Europa

Keine Frage, während der Fußballeuropameisterschaft regiert König Fußball in Gelsenkirchen, dem Austragungsort der Vorrundenspiele Serbien gegen England, Spanien gegen Italien und Georgien gegen Portugal sowie eines Achtelfinalspiels. Doch in Gelsenkirchen gibt es weit mehr als die Arena auf Schalke, eines der modernsten Stadien in Europa.

Die noch vergleichsweise junge Stadt Gelsenkirchen ist auf Kohle geboren. Mit dem Abteufen der Schächte für den Steinkohlebergbau wuchs Gelsenkirchen vom Dorf zur „Stadt der tausend Feuer“, in der die Fackel der Kokereien und die Hochöfen den Himmel nachts erleuchteten. Und heute? Hat sich die Natur die einstigen Industrieareale zurückerobert. Ein Industriewald und Parklandschaften sind entstanden, locken Kulturangebote wie etwa auf dem kulturgebiet.consol rund um die ehemalige Zeche Consolidation. Doch auch ein beeindruckender Blick zurück ist hier möglich. Im südlichen Maschinenhaus der Zeche steht die größte Dampffördermaschine Europas.

Wer den Blick lieber in die Ferne schweifen lassen möchte, ist auf der Halde Rungenberg genau richtig. Entstanden ist die Halde aus dem Abraum des Bergbaus. Heute erstrahlt hier in der Nacht die Lichtinstallation Eine besondere Aussichtsplattform bietet die ehemalige Zeche Nordstern. Zu Füßen der großen Herkules-Figur des international bekannten Künstlers Markus Lüpertz hat man einen tollen Ausblick auf den Nordsternpark, Schauplatz der Internationalen Gartenausstellung 2027. Einen Rundumblick gibt es aber auch auf der Halde Rheinelbe im Süden der Stadt. Einfach die Himmelstreppe des Künstlers Herman Prigann besteigen und staunen.

Zu staunen gibt es einiges bei der Weltreise an einem Tag. Die ist in Gelsenkirchen in der ZOOM Erlebniswelt, einem der beliebtesten Zoos Europas, möglich. Mitten im Ruhgebiet warten die Tierwelten Alaskas, Asiens und Afrikas auf kleine und große Entdeckerinnen und Entdecker. Wer vom Abenteuer nicht genug bekommen kann, auf den warten weitere Attraktionen wie zum Beispiel das Alaska Ice Adventure.

Ein weiteres Highlight ist zweifellos das Musiktheater im Revier, das schönste Opernhaus im Ruhrgebiet mit den berühmten blauen Schwamm-Reliefs des Künstlers Yves Klein. Die Farbe Blau begegnet einem an vielen Stellen in der Stadt, sei es im Stadtsignet oder natürlich beim Fußball. Königsblau und Weiß sind die Farben des FC Schalke 04. Die Farbe Blau gehört einfach zu Gelsenkirchen und Fußball sowie Kunst finden hier immer wieder zusammen. Zum Beispiel beim Transferfenster vom 13. Juni bis zum 4. August im Kunstmuseum Gelsenkirchen. Hier werden Gelsenkirchener Fußballgeschichten mit ausgewählten Exponaten aus dem Schalke Museum inszeniert, die zeitweise aus der Arena auf Schalke ins Kunstmuseum transferiert werden. Dauerhaft präsentiert das Kunstmuseum der Stadt eine in Deutschland einzigartige Sammlung Kinetischer Kunst. Insgesamt gibt es in Gelsenkirchen 13 Museen, die ein ganz unterschiedliches Spektrum abdecken.

Gelsenkirchen lässt sich auch am und vom Wasser aus erkunden. Einst war es ein Kraftwerksgelände, heute ist ein begehrtes Quartier am Rhein-Herne-Kanal mit einer Marina als Herzstück. Dort gibt es nicht nur 75 Liegeplätze für die Boote der Freizeitkapitäne, sondern auch einen Anleger für die Fahrgastschiffe der Weißen Flotte.

Um die Stadt auf dem Fahrrad zu erkunden, bietet das Radewegenetz von radrevier.ruhr  mehrere Möglichkeiten. Vier der städteübergreifenden radrevier.ruhr-Themenrouten führen durch Gelsenkirchen. Fernab vom Straßenverkehr auf stillgelegten Bahntrassen lassen sich zum Beispiel bei der Tour „Grubenfahrt“ der Bergbau und weitere Orte der Industriekultur erfahren.

Obwohl Gelsenkirchen noch eine junge Stadt ist, gibt es imposante Zeugnisse aus vorindustrieller Zeit. Zu nennen sind hier Schloss Berge mit einem Schlossgarten im englischen und französischen Stil. Schloss Horst zählt sogar zu den bedeutendsten Renaissanceschlössern Westfalen mit einem Museum, das zu einer Zeitreise einlädt.

Wer Gelsenkirchen bei Stadtrundfahrten oder Führungen erkunden will, dem bieten sich unterschiedlichste Möglichkeiten. Unterwegs in dem Stadtteil, der dem FC Schalke 04 seinen Namen gab, auf den Spuren der Industriekultur oder im sich wandelnden Stadtteil Ückendorf, den die kreative Szene längst für sich entdeckt – es gibt kaum etwas, das es in Gelsenkirchen nicht gibt.

Erste Adresse für Informationen rund um alle touristischen Angebote ist die Stadt- und Touristinfo im Hans-Sachs-Haus in der Eberstraße 11 mitten in der City. Telefonisch ist die Stadt- und Touristinfo unter 49209 169-3968 und per Mail unter touristinfo@gelsenkirchen.de erreichbar.

Der ultimative Reisebegleiter für alle, die die Stadt erkunden wollen, egal ob sie Fußball, historische Schlösser oder moderne Kunst mögen, ist die Podcast-Episode „Entdecke Gelsenkirchen“ in englischer Sprache: www.gelsenkirchen.de/podcast 

Auf https://visit.gelsenkirchen.de kann man sich einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten, Events und vieles mehr verschaffen. Dort kann die Broschüre „Willkommen in Gelsenkirchen“ in verschiedenen Sprachen heruntergeladen werden. Wenn König Fußball längst nicht mehr Hof hält, ist Gelsenkirchen dennoch eine Reise wert, denn auch abseits des Fußballs, gibt es hier viel zu erleben und zu erkunden.