Neue Sonderausstellung über Leben und Werk von Tisa von der Schulenburg
Fühlst du? Tisa von der Schulenburg – Der empathische Blick
Ab dem 10. Februar 2026 zeigt das Deutsche Bergbau-Museum Bochum – Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen die Sonderausstellung „Fühlst du? Tisa von der Schulenburg – Der empathische Blick“. Präsentiert werden Werke aus verschiedenen Lebensphasen der Künstlerin, eingeordnet in ihre Biografie und Motivation. Zu sehen ist die durch die RAG-Stiftung und die Vereinigung der Freunde des Deutschen Bergbau-Museums Bochum e.V. unterstützte Ausstellung bis zum 27. September 2026 im Sonderausstellungsbau „Schwarzer Diamant“ des Museums. Ein eigenes Rahmenprogramm begleitet die Laufzeit mit zahlreichen Veranstaltungen.
Am 8. Februar 2026 jährte sich der Todestag von Tisa von der Schulenburg zum 25. Mal. Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum erinnert gemeinsam mit der Tisa von der Schulenburg-Stiftung mit einer Sonderausstellung an das Leben und Wirken der in Bergbaukreisen beliebten Künstlerin und Ordensschwester. „Fühlst du? Tisa von der Schulenburg – Der empathische Blick“ thematisiert die gesellschaftliche Relevanz ihres vielschichtigen Werkes und reflektiert es im Kontext ihrer biografischen Wege.
Biografie
Gräfin, Flüchtling, Künstlerin, Nonne – Tisa von der Schulenburg (1903–2001) war vieles, vor allem aber Chronistin gelebter Gemeinschaft und Solidarität. Die Tochter eines preußischen Generals verbrachte ihre Kindheit in London, Potsdam, Berlin und Münster. Ihr weiteres Leben und ihr künstlerisches Schaffen waren früh von Veränderung und Neuanfang geprägt. Sie erlebte NS-Herrschaft und Exil in London und wirkte ab 1950 als Schwester Paula im Ursulinenkloster Dorsten.
Antrieb und Motivation gewann Tisa von der Schulenburg aus eigenen Erlebnissen und einem hohen Maß an Anteilnahme. Ihre Werke zeigen Menschen in Ausnahmesituationen als Handelnde – nicht als Opfer.
Das wird gezeigt
Die Sonderausstellung verknüpft Leben und Werk der Künstlerin zu einem Rundgang durch die Themen Bergbau, Holocaust, Flucht und Ausgrenzung. Präsentiert werden Zeichnungen, Scherenschnitte, Reliefs, Tagebucheintragungen und Tonaufnahmen. Aus ihren über 5.000 Arbeiten sind auch selten gezeigte Werke zu sehen. Unter den Exponaten sind 42 Leihgaben der Tisa-Stiftung. Und auch das Montanhistorische Dokumentationszentrum des Deutschen Bergbau-Museums Bochum ergänzt Arbeiten Tisas zum außereuropäischen Bergbau.
Empathie als Leitmotiv
In jedem Themenbereich der Ausstellung treten Widersprüche zutage: Nähe und Distanz, Angst und Hoffnung, Ausgrenzung und Zusammenhalt. „Fühlst du? Tisa von der Schulenburg – Der empathische Blick“ macht erfahrbar, wie Empathie Perspektiven verändert. Tisas Blick auf die Welt ist geprägt von Empathie, der Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, Gefühle zu erkennen und Kontexte zu verstehen. Diese Haltung spiegelt sich in ihren Zeichnungen, plastischen Werken, Texten und Tonaufnahmen. Die Ausstellung lädt ein, Empathie als Haltung zu verstehen: hinzusehen, zuzuhören und Verantwortung zu übernehmen.
Arbeiten fordern auf, Fragen zu stellen
Prof. Dr. Sunhild Kleingärtner, Wissenschaftliche Direktorin des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, sagt dazu: „Tisa von der Schulenburg fand 1936 bei den streikenden Bergleuten in England zu ihrem Thema: die Anteilnahme am Schicksal von Menschen. Unsere Ausstellung im Deutschen Bergbau-Museum Bochum beginnt daher auch mit Werken aus dieser Phase. Darüber hinaus erzählt sie von ihrem Leben und zeigt Werke ihrer und unserer Geschichte. Tisas Arbeiten fordern auf, Fragen zu stellen – auch an uns selbst. Mit der Ausstellung möchten wir ihre Haltung nachvollziehbar und Empathie als gesellschaftliches Potenzial sichtbar machen. Die Installation „Fühlst du?“ schafft dafür einen besonderen Raum und bietet über Fragen Anknüpfungswege zwischen Tisas Werken und den Erfahrungen der Besuchenden. Auch unser Vermittlungsprogramm rund um die Ausstellung lädt dazu ein, sich mit Empathie und Gesellschaft zu beschäftigen.“
Partner der Ausstellung
Die Ausstellung wird von der RAG-Stiftung und der Vereinigung der Freunde des Deutschen Bergbau-Museums Bochum e.V. unterstützt. Kooperationspartner ist die Tisa von der Schulenburg-Stiftung Dorsten.
Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung: „Das Schaffen Tisas spielt bis heute eine wichtige Rolle für das Ruhrgebiet. Wir möchten dazu beitragen, ihre starke Haltung und Menschlichkeit in den Fokus zu rücken. Wenn wir ihr Erbe bewahren, können jüngere Generationen daraus lernen – gerade in Zeiten, in denen Spaltung und antidemokratische Gesinnung zunehmen. Deshalb unterstützen wir die Tisa-Stiftung und auch die aktuelle Ausstellung im Deutschen Bergbau-Museum Bochum gerne und mit großer Überzeugung.“
Der Vorsitzende des Kuratoriums der Tisa-Stiftung, Dr. Heinz-Werner Voß, ergänzt: „Die 1993 gegründete Tisa von der Schulenburg-Stiftung in Dorsten möchte junge Kunstschaffende beständig fördern. Der Nachlass der Künstlerin wird im TISA-Archiv auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Fürst Leopold in Dorsten bewahrt. Ihr Vermächtnis wird bis heute u.a. mit dem Tisa-Preis weitergeführt und steht für Kunst als Ausdruck von Menschlichkeit, Solidarität und der Überzeugung, dass der Mensch die Welt zum Besseren gestalten kann.“
Der Tisa-Preis wird bereits seit 30 Jahren für junge Kunstschaffende in Malerei, Bildhauerei, Grafik und Zeichnung ausgeschrieben und ist in diesem Jahr anlässlich des 25. Todestages der Künstlerin mit 10.000 € dotiert. Mit dem Preis ist eine Einzelausstellung in den Räumlichkeiten der Stiftung verbunden. Die Preisverleihung findet im September 2026 im Deutschen Bergbau-Museum Bochum statt.
Vermittlung und Dialog: Programm bis Ende September
Über die gesamte Laufzeit wird die Ausstellung von einem vielfältigen Rahmenprogramm für unterschiedliche Zielgruppen begleitet. In kreativen Workshops wie einem Comic-Lab, Theater-, Kunst- und TikTok-Videoworkshops setzen sich Jugendliche und Erwachsene mit den Themen Empathie, Ausgrenzung und gesellschaftliche Verantwortung auseinander. Inklusive Führungsangebote, Spezialführungen, szenische Lesungen, Vorträge und Podiumsdiskussionen eröffnen weitere Zugänge zum Werk von Tisa von der Schulenburg. Zudem machen Aktionstage – etwa zum Internationalen Frauentag oder zum Tag des Grundgesetzes – sowie Ferienformate für Familien das Programm breit zugänglich.
Die Veranstaltungen sind online zu finden unter www.bergbaumuseum.de/fuehlst-du und werden rechtzeitig angekündigt.
Besuch der Ausstellung
Der Eintritt zur Sonderausstellung ist im regulären Eintrittspreis des Museums enthalten. Zu sehen ist sie vom 10. Februar bis zum 27. September 2026 im Sonderausstellungsbau „Schwarzer Diamant“ des Deutschen Bergbau-Museums Bochum.
Bitte beachten Sie, dass es kurzfristige Änderungen durch den oder die Veranstalter geben kann.

