Yuko Mohri & Ei Arakawa-Nash.

Ausstellung vom 7. März bis 13. September 2026 im Kunstmuseum Bochum
Yuko Mohri und Ei Arakawa-Nash sind von experimentellen Kunstströmungen wie dem Fluxus geprägt. Genreübergreifend und mit einfachen Mitteln definierte die Fluxus-Bewegung seit den 1960er Jahren die Kunstproduktion neu und wählte als Schauplätze für ihre Ausstellungen, Konzerte, Performances und Happenings nicht das Museum, sondern das Zuhause und den öffentlichen Raum. Die Idee stand im Vordergrund, weniger das einzelne Genie.
Mohri und Arakawa-Nash knüpfen für HOW WE MEET hier an und schaffen eine eigenwillige Ausstellung als großen begehbaren Parcours mit Werken aus der Fluxus-Sammlung des Museums sowie neu geschaffenen Installationen, die sich zwischen Performance, Klang und Skulptur bewegen.

Als Antwort und Fortführung der Ausstellung HOW WE MET, die 2025 den neuen Fluxus-Strang in der Sammlung des Kunstmuseums präsentierte, beziehen sich Mohri und Arakawa-Nash in HOW WE MEET auf die Gegenwart und Werke der Fluxus-Künstler*innen Alison Knowles, Geoffrey Hendricks und Mauricio Kagel.
Wie der Titel verrät, geht es in HOW WE MEET um Begegnungen: die Begegnung zwischen den beiden Künstler*innen und der Sammlung, zwischen zwei Künstlergenerationen und zwischen unterschiedlichen Herangehensweisen, mit dem Erbe der Fluxus-Bewegung umzugehen.
Decomposition: 24 Red

Im Archiv des Kunstmuseums stieß Yuko Mohri auf mehrere Dokumente zu Performances und Aktionen aus den 1970er Jahren der kürzlich verstorbenen Künstlerin Alison Knowles (1933-2025). Kompostieren und Komponieren liegen bei Yuko Mohri nah beieinander. Decomposition: 24 Red ist eine Installation bestehend aus Elektroden und Früchten. Die Früchte sind an Elektroden gekoppelt und produzieren während ihrer Verwesung Elektrizität. Elektrische Signale verwandeln sich in flackernde Lichter und eine sich wandelnde Komposition entsteht. Die Früchte werden zur Energiequelle für die Leuchten – Licht im Tausch gegen Zucker. Die Äpfel verrotten und ihr innerer Zustand verändert sich, wodurch sich auch die Intensität des Lichts verändert.


Wenn Sie möchten, können Sie an dem Kunstwerk teilhaben, indem Sie einen Apfel von den Elektroden nehmen und gegen eine neue Frucht auszauschen! (Samstags ist Obsttag und es gibt frische Früchte am Empfang.)
LED-Paintings


Gemälde aus blinkenden Lichtern, die so genannten LED-Paintings von Ei Arakawa-Nash, sind als Werkreihe im Pandemiejahr 2020 entstanden. Eine Serie aus blinkenden LED-Lichtern zeigt überdimensionale Geldmünzen in verschiedenen Währungen: Euro, Britischer Pfund und Yen. Vor dem Hintergrund der Lockdowns und seiner eingeschränkten Aktivität als Performance-Künstler hat Arakawa-Nash die LED-Malereien als Reaktivierungen früherer Performance an Orten wie der Berlin Biennale, im Museum of Modern Art (MoMa) oder der Tate Modern konzipiert.
Klang-Skulpturen

Yuko Mohri kreiert kintetische Klang-Skulpturen, indem sie Wasserlecks verursacht und dann versucht, diese wieder zu stopfen. Inspiriert haben sie die provisorischen Reparaturen von Wasserlecks an U-Bahnstationen in ihrer Heimatstadt Tokio, die sie seit 2011 fotografisch dokumentiert.
YUKO MOHRI

*1980 in Kanagawa, Japan. Lebt und arbeitet in Tokio.
EI ARAKAWA-NASH

*1977 in Fukushima, Japan. Lebt und arbeitet in Los Angeles.

Historically Informed Performance Practice

1973 waren in Inge Baeckers Bochumer Galerie und später zu den Performancewochen im Shoppingcenter RuhrPark „Klangerzeuger und Musikfiguren“ des Komponisten Mauricio Kagel (1931-2008) als Rauminstallation ausgestellt. die Musik, bildende Kunst und Theater verbanden. Ei-Arakawa-Nash inszeniert hier Fragmente der Rauminstallation von Mauricio Kagel neu. Kagel drehte Ende der 1960er Jahre den Film Ludwig van anlässlich des 200. Geburtstags Ludwig van Beethovens. Die Kulisse dafür das Musikzimmer (1970), ist als begehbare Partitur zu verstehen, ein Raum, der Interpret*innen dazu animiert, die „Musik der Vergangenheit auch als Musik der Gegenwart darzubieten“. Wie die Noten hier gelesen und interpretiert werden, beruht auf der eigenen subjektiven Wahrnehmung.

Aktuelle Informationen zu den Führungen, Veranstaltungen und weitere Informationen zum Begleitprogramm finden Sie auf: kunstmuseumbochum.de/veranstaltungen.

