Die Cranger Kirmes, das größte Volksfest in NRW, beginnt am 4. August. Bis zum letzten
Kirmestag am 14. August werden bis zu vier Mio. Besucher erwartet. Schausteller-Chef
Alber Ritter: „Ein Volksfest mit volkstümlichen Preisen“.

Die Cranger Kirmes, das größte Volksfest in NRW, beginnt am 4. August. Bis zum letzten Kirmestag am 14. August werden bis zu vier Mio. Besucher erwartet. Schausteller-Chef Alber Ritter: „Ein Volksfest mit volkstümlichen Preisen“

Das Kirmesherz schlägt wieder. Und alle, wirklich alle freuen sich. 72 Stunden vor dem Start der Cranger Kirmes, dem größten Volksfest in NRW, waren sich Veranstalter und Schausteller einig: „Endlich! Wir sind alle, getreu dem diesjährigen Kirmesslogan, reif für Crange!“ Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda sprach am Montagmittag von den „elf schönsten Tagen des Jahres für die Stadt, für die Region“ und versicherte: „Wir werden mit Hilfe der Schausteller und Anwohner tolle Gastgeber sein.“

Ab Donnerstag, 4. August, um 16 Uhr drehen sich die Karussells auf dem elf Hektar großen Festplatz am Rhein-Herne-Kanal. Bis zum letzten Kirmestag am Sonntag, 14. August, werden dort bis zu vier Millionen Besucher erwartet.

Eröffnung mit Bärbel Bas und Mona Neubaur

Eine der Höhepunkte der elf tollen Tage ist die hochoffizielle Eröffnung am Freitag, 5. August, um 14 Uhr in der Cranger Festhalle. Bevor Stargast Howard Carpendale die Bühne betritt, wird Dudda gemeinsam mit Bundestagspräsidentin Bärbel Bas das obligatorische erste Bierfass anstechen und dann die magischen Worte sprechen: „Piel op no Crange“. Weitere politische Schwergewichte im Festzelt sind die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Mona Neubaur sowie Ex-Vizekanzler Franz Müntefering. Moderiert wird die Eröffnungsveranstaltung von Helmut Sanftenschneider.

Kleine Lücken im Umfeld des Festplatzes

Die zweijährige Pandemiepause blieb nicht ohne Folgen für das Schaustellergewerbe. Werner Friedhoff, Leiter des Herner Fachbereichs Öffentliche Ordnung, zuständig für alle Kirmesfragen: „Es wäre gelogen, wenn wir behaupten würden, dass in diesem Jahr alles störungsfrei verlaufen ist. Das liegt weniger an uns als Veranstalter. Vielmehr steckt die Branche der Schausteller nach der Pandemie in einem gewissen Umbruch. Zahlreiche Unternehmer, aber vor allem deren Mitarbeiter, haben sich in unsicheren Zeiten wohl nach neuen Beschäftigungsfeldern umgesehen.“ Zwar sei die Situation bei den großen Fahrgeschäften und Ausschankbetrieben stabil, aber für Crange 2022 habe es vor allem bei den kleineren Randgeschäften wie Straßenhändlern im Kleinstgewerbe eine hohe Zahl an Absagen gegeben. Friedhoff: „Und zum ersten Mal stehen uns für diese kurzfristigen Ausfälle nicht genügend Ersatzbewerber zur Verfügung. Auf dem Festplatz haben wir das aufgefangen, dort wird der Besucher keinen Unterschied merken. Im Umfeld, also auf der Hauptstraße und der Dorstener Straße, wird es dagegen möglicherweise die eine oder andere kleine Lücke geben.“

Dennoch sind er und sein Team sehr zuversichtlich, denn „wir stellen trotz aller Widrigkeiten eine tolle Kirmes auf die Beine. Und wir glauben daran, dass die Menschen im Ruhrgebiet trotz aller Sorgen in diesen unsicheren Zeiten, trotz der Belastungen durch Energiekosten und durch sonstige Preisentwicklungen, die sicher auch hier zu spüren sein werden, auf Crange gewartet haben“. Und beim Blick auf die Wetterdaten für die kommenden zwei Wochen erwartet Werner Friedhoff sogar eine „sehr, sehr gute Kirmes: Denn es soll nicht zu heiß werden.“

Aufbauarbeiten sind im Zeitplan

Platzmeister Tibo Zywietz, zuständig für den Aufbau der Cranger Kirmes, sieht die Aufbauarbeiten voll im Plan. Zwei Absagen von großen Schaustellerbetrieben wurden durch zwei Nachrücker besetzt, auch die Neuheiten sind auf dem Festplatz angekommen. Dazu gehören „Heidi the Coaster“, eine kurvenreiche Achterbahn im Bavaria-Look, die Virtual-Reality-Bahn „Dr. Archibald – Master of Time“, in der die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fantasie verschwindet, sowie das „Dschungel-Camp“, in dem auf einem 232 m langen Parcours abenteuerliche Dschungelprüfungen warten. Ebenfalls neu auf Crange sind fünf „M-Boxen“. Sie sind multifunktional nutzbar und dienen unter anderem der Lenkung des Besucherstromes über die breiter gewordenen Laufwege. Auch für die Übermittlung von Signalen in einem Notfall oder von Informationen über Aktionen auf dem Platz ist die M-Box nutzbar.

Der Rummel in den sozialen Medien

Dass auch für ein Volksfest die sozialen Medien immer wichtiger werden, zeigt in diesem Jahr die Cranger Kirmes. Holger Wennrich, Geschäftsführer der Stadtmarketing Herne GmbH, die unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit des Rummels zuständig ist: „Die Reichweiten der Homepage sowie der Kirmesseiten auf Facebook oder Instagram liegen in den beiden Monaten rund um die Kirmes konstant hoch bei 1 bis 1,4 Millionen.“ Stark nachgefragt seien auch, so Wennrich, die exklusiven „Crange Erlebnisse“. Eine Renner sind hier Führungen für Kinder sowie kulinarische Angebote. Auch die erstmals für Gruppen buchbare „Crange-Olympiade“, bei der es Medaillen zu gewinnen gibt, wird von den Kirmesfreunden nachgefragt. Nur auf Crange gelten übrigens die Crangetaler in Schlemmer- und Fahrpässen, mit denen der Kirmesbesuch etwas preiswerter wird. „Die 15.000 Schlemmerpässe waren in Windeseile ausverkauft, von den Fahrpässen gibt es noch einige“, so Wennrich.

Schausteller: „Keine Mondpreise“

Die Preise auf dem größten Volksfest in NRW sind, so Albert Ritter, wie es der Name verspricht: „Crange ist ein Volksfest mit volkstümlichen Preisen“, sagt der Vorsitzende des Deutschen Schausteller-Bundes (DSB). Und weiter: „Obwohl zum Beispiel zurzeit Speiseöl wie Gold gehandelt wird und der Preis für Propangas um bis zu 30 Prozent gestiegen ist, wissen wir, wo wir sind, nämlich im Ruhrgebiet. Und hier gibt es keine Mondpreise.“ Die Pandemiezeit sei für ihn eine „Zwangsabschaltung“ gewesen, in der er, Schausteller in der 6. Generation, „tief ins Grübeln“ gekommen sei. Erst seit Herbst 2021 hätten die Schausteller und Marktkaufleute wieder arbeiten dürfen, „auf Herbst-Kirmessen oder Weihnachtsmärkten“. Dort hätten sie auch den Umgang mit dem Corona-Virus gelernt. Albert Ritter: „Wir wissen, was Sicherheit im Umgang mit der Pandemie heißt. Davon können sich auch die Besucher der Cranger Kirmes überzeugen.“

Von einem ganz besonderen Kirmesbesucher erzählte am Montag, 72 Stunden vor dem Start, übrigens Timo Lichte, neuer Chef der Herner Schausteller-Vereinigung: „Ein Gast meines ständigen Fischstandes an der Dorstener Straße hat mir gesagt, dass es ihm lieber gewesen wäre, wenn Weihnachten ausgefallen wäre und nicht unsere Kirmes …“

Alle Informationen: www.cranger-kirmes.de

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