Die Sammlung Heinz Beck zu Gast in der LUDWIGGALERIE

Austellung vom 25. Januar bis 3. Mai 2026
In Deutschland gab es bisher nur wenige Ausstellungen zu GERMAN POP ART. Die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen ist mit der Ausstellung erst das 6. Haus, das die deutsche Pop Art zeigt.
Besonderheiten der deutschen Variante der Pop Art:
"Sie ist ein Zusammenspiel vieler gleichzeitig existierender Kunstströmungen der 1960er und 1970er Jahre und die Künstler*innen bilden keinen homogenen Stil aus. Fluxus, Neo-Realismus, Fantastischer Realismus, OP-Art und manchmal auc ZERO - all diese Zuordnungen kursieren im Zusammenhang mit deutschen Pop Art-Varianten. Dies mag ein Faktor sein, warum German Pop Art sowohl in wissenschaftlichen Publikationen als auch in Ausstellungen relativ selten als Gesamtphänomen untersucht wird." (Zitat aus: Ausstellungskatalog, 13)
Das zumeist mit dem englischsprachigen Raum verknüpfte Phänomen der Pop Art findet auch in Deutschland in den 1960er und 1970er Jahren starke künstlerische Positionen. Diese unterscheiden sich vor allem in der Themenwahl deutlich von den amerikanischen und britischen Varianten. Vordergründig zwar an Massenkultur und Werbung orientiert, liegt den Arbeiten der deutschen Künstler*innen aber nicht der ungebrochene Optimismus ihrer englischsprachigen Kolleg*innen zugrunde. Alltags- und Konsummotive sind ebenfalls Gegenstand ihrer Kunstwerke, doch sind diese hauptsächlich geprägt durch eine provokative Haltung sowie Kritik am politischen Zeitgeist, Anti-Kriegs-Haltungen und deutscher Vergangenheitsbewältigung.

Dr. Christine Vogt (Direktorin Ludwiggalerie)
Die Ausstellung ist eine Kombination aus drei Bereichen. Wir zeigen die Sammlung Heinz Beck […] Wir haben eine große Leihgabe aus dem Ludwig Forum in Aachen […] und aus dem Kunstbestand aus dem eigenen Haus.
- Mehr als 120 Grafiken und Multiples aus der Sammlung Heinz Beck
- 50 Werke aus dem eigenen Kunstbesitz der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
- Skulpturengruppe von Siegfried Neuenhausen aus dem Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen
Die Ausstellung gibt mit Arbeiten von sechsundvierzig Künstler*innen einen umfassenden Überblick über die deutschen Ausprägungen der Pop Art. Die Devise der radikalen Demokratisierung von Kunst verfolgen die Künstler*innen mit beeindruckender Konsequenz. Indem sie sich der Druckgrafik und Multiples bedienen, also kostengünstige weit verfügbare Kunst mit hohen Auflagen herstellen, erreichen sie eine breite Öffentlichkeit. Themen wie das deutsche Wirtschaftswunder, die kritische Auseinandersetzung mit dem American Way of Life, dem Vietnamkrieg oder der kollektiven Verdrängung der jüngsten deutschen Geschichte sowie anti-museale Haltungen sind in mehr als hundertachtzig Grafiken, Objekten, Skulpturen und Multiples neu zu entdecken. Begleitend dazu lässt ein Soundwalk mit der Musik jener Jahre das Zeitgefühl lebendig werden.

Nach Ausstellungen zur amerikanischen und britischen Pop Art ermöglicht die herausragende Sammlung des Düsseldorfer Rechtsanwalts Heinz Beck (1923–1988), die im Ludwigshafener Wilhelm-Hack-Museum bewahrt wird, erneut eine große Überblickschau. Ergänzt durch rund fünfzig Arbeiten aus dem eigenen Kunstbesitz der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen sowie einer Skulpturengruppe aus dem Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen, lädt die Präsentation dazu ein, sich davon zu überzeugen, dass die deutsche Pop Art den internationalen Vergleich nicht scheuen muss.
Hans Peter Alvermann I Dieter Asmus I Ulrich Baehr I Michael Jens Barge I Mary Bauermeister I Thomas Bayrle I Werner Berges I Joseph Beuys I Carl Bianga I Bodo Boden I Klaus Böttger I Klaus Peter Brehmer I Peter Brüning I Gernot Bubenik I Herbert Burger I Hans-Jürgen Diehl I Otto Dreßler I Hans-Peter Feldmann I Yolanther Fongi I Dieter Glasmacher I Bruno Gronen I Sine Hansen I Almut Heise I Bernhard Höke I Karl Horst Hödicke I Konrad Klapheck I Peter Klasen I Fritz Köthe I Ferdinand Kriwet I Uwe Lausen I Konrad Lueg I Maina-Miriam Munsky I Siegfried Neuenhausen I Werner Nöfer I Sigmar Polke I Gerhard Richter I Rissa I Detlef Rhode I Tomas Schmit I Peter Sorge I Klaus Staeck I Timm Ulrichs I Reinhard Voigt I Klaus Vogelsang I Wolf Vostell I Lambert Maria Wintersberger

Nähere Informationen zu dem die Ausstellung begleitenden museumspädagogischen Angebot und zum Rahmenprogramm gibt es unter www.ludwiggalerie.de.

Publikation
Zur Ausstellung ist ein Katalog erhältlich, hrsg. von Dr. Sarah Hülsewig und Dr. Christine Vogt; 208 S., 34,90 €
ISBN 978-3-7774-4739-1.

