An vorderster Front.
Pulitzer-Preisträgerin, Pressefotografin, Porträtistin.
"Wenn ich es nicht fotografiere, wird es nicht bekannt."
Anja Niedringhaus
Ausstellung vom 10. Mai bis 13. September 2026.

Der Schwerpunkt im fotografischen Werk der „Bilderkriegerin“ Anja Niedringhaus liegt in den einfühlsamen Bildern, die sie in Kriegs- und Krisengebieten wie Afghanistan, Irak oder dem Balkan aufgenommen hat. An vorderster Front, meist als einzige Frau, beobachtet sie vor allem die menschlichen Regungen sowohl der Soldaten als auch der Zivilbevölkerung.




Aufklärung ist ihr ein zentrales Anliegen, das sich in dem immer wieder zitierten Motto ihres Handelns „Wenn ich es nicht fotografiere, wird es nicht bekannt“ widerspiegelt. Neben den kämpferischen Auseinandersetzungen und den oft tödlichen Konsequenzen daraus dokumentiert sie parallel dazu die Lebensfreude zum Beispiel die der Kinder oder das Modebewusstsein der afghanischen Frauen beim Kauf einer Burka. Ihr Talent, in einzelnen Fotos komplexe Geschichten zu erzählen, wird in all diesen Aufnahmen deutlich.








Weniger bekannt, doch nicht weniger herausragend sind ihre Fotografien im Bereich des Sports. Vor allem Leichtathletik und Tennis gehören zu ihren bevorzugten Disziplinen. So dokumentiert sie Weltmeisterschaften und Olympische Spiele und ist fast zwanzig Jahre lang in Wimbledon vor Ort mit dabei. Ein weiterer Bereich präsentiert Anja Niedringhaus als große Porträtistin.



[…] Die große Frage ist ja immer, die gestellt wird, was macht denn eigentlich das Besondere an den Fotos von Anja Niedringhaus aus als Krisenfotografin. Sie ist da jemand, die unglaublich auf den Punkt fotografieren kann. Das zeigt sich dann auch in der Sportfotografie. Man muss ja immer eine hundertstel Sekunde vorher erahnen, was passieren könnte. Weil in dem Moment, wo man draufdrückt, ist die Situation eventuell weg. […] Aber ihr eigentlicher Blick oder ihre eigentliche Mission war es, die normalen Menschen zu zeigen und auch die Menschlichkeit zu zeigen und das vielleicht, was uns Menschen ausmacht. Sie beobachtet die Zivilbevölkerung. […]
Dr. Christine Vogt, Direktorin der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
Am 4. April 2014 fällt Anja Niedringhaus einem Attentat zum Opfer, als sie im Auftrag der amerikanischen Associated Press (AP) als Wahlberichterstatterin in Afghanistan unterwegs ist. Sie hinterlässt ein umfangreiches und vielschichtiges Werk, das in dieser Ausstellung der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen in seinen Schwerpunkten sowohl in Schwarz-Weiß als auch in intensiven Farbfotografien vorgestellt wird.



Mit über 250 Aufnahmen zeichnet die Schau das vielschichtige Werk der Fotografin nach; ergänzt durch persönliche Gegenstände wie ihren Blauhelm oder ihre Schutzweste.


Die Ausstellung wird gefördert vom Freundeskreis der LUDWIGGALERIE. Kulturpartner ist WDR 3.
Im Kleinen Schloss ist bis zum 31. Mai 2026 der Arbeitskreis Oberhausener Künstler mit VON HIER 2026 zu Gast; ab dem 14. Juni bis zum 4. Oktober ist die Ausstellung Von Adamas bis Zauberlehrling. Kunst in Oberhausen – fotografiert von Rainer Schlautmann zu sehen.
Nähere Informationen zu dem die Ausstellungen begleitenden museumspädagogischen Angeboten und zu den Rahmenprogrammen gibt es unter www.ludwiggalerie.de.




