Zwischen Natur und Nutzung.

Werke aus der Sammlung Frank Brabant.

Blühende Oasen. Zwischen Natur und Nutzung. Werke aus der Sammlung Frank Brabant. Museum Haus Opherdicke.

Ausstellung vom 11. Oktober 2026 bis 9. Mai 2027.

Blühende Oasen versammelt Werke aus der Sammlung Frank Brabant, die sich jenseits des Figürlichen mit Landschaft, Stillleben und kultivierten wie überformten Natur- und Bildräumen beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen nicht Porträts oder individuelle Biografien, sondern Bildwelten, in denen Wachstum, Ordnung, Nutzung und Stille verhandelt werden.

Die Ausstellung stellt damit noch einmal die Privatsammlung aus Wiesbaden ins Zentrum der Aufmerksamkeit, um die langjährige intensive Zusammenarbeit und wertschätzenden Austausch mit dem Sammler zu würdigen.

Die gezeigten Arbeiten reichen von klassischen Landschaftsdarstellungen über Stillleben als konzentrierte Bildräume bis hin zu Industrie- und Infrastrukturlandschaften, in denen Natur nur noch fragmentarisch oder ironisch präsent ist. „Oase“ meint hier weniger den idyllischen Rückzugsort als vielmehr einen Ort der Setzung: einen Raum, der gestaltet, arrangiert oder funktionalisiert wurde – sei es durch menschliche Hand, künstlerische Komposition oder industrielle Eingriffe.

Neben ausgewählten Highlights der Sammlung legt die Ausstellung bewusst Wert auf weniger bekannte Positionen. Gerade diese tragen wesentlich zum Charakter der Sammlung Frank Brabant bei, die sich nicht über kanonisierte Namen definiert, sondern über ihre Vielfalt, ihre Entdeckungen und ihren dialogischen Blick auf unterschiedliche künstlerische Handschriften. Bekanntes und Unbekanntes stehen gleichberechtigt nebeneinander und eröffnen neue Lesarten vertrauter Bildthemen.

So entsteht ein vielschichtiges Panorama von Natur als Bildidee: mal still und konzentriert, mal üppig, mal distanziert oder gebrochen. Blühende Oasen lädt dazu ein, Landschaft und Stillleben nicht als zeitlose Genres zu begreifen, sondern als Spiegel kultureller Vorstellungen, ästhetischer Entscheidungen und historischer Zustände – zwischen Blüte, Stillstand und industrieller Prägung.

Blühende Oasen. Zwischen Natur und Nutzung. Werke aus der Sammlung Frank Brabant. Museum Haus Opherdicke.

Hineinreichend in das kommende Jahr findet unter dem Leitmotiv „Wie wollen wir morgen leben?“ erstmals in einer ganzen Region – dem Ruhrgebiet – die Internationalen Gartenausstellung (IGA 2027, 23.04. – 17.10.2027) statt. Die kommende IGA verbindet industrielles Erbe mit moderner Garten- und Landschaftsarchitektur und begreift Natur konsequent als Gegenstand kultureller Planung und gesellschaftlicher Zukunftsentwürfe.

Blühende Oasen. Zwischen Natur und Nutzung. Werke aus der Sammlung Frank Brabant. Museum Haus Opherdicke.

Blühende Oasen tritt mit diesem Leitmotiv in einen produktiven Austausch. Die Ausstellung verfolgt keine programmatisch-visionäre, sondern eine historisch-reflexive Perspektive: Sie fragt nicht, wie wir morgen leben wollen, sondern wie Natur, Landschaft und kultivierter Raum in der Kunst gedacht, gestaltet und überformt wurden.

Beide Projekte überschneiden sich in einem zentralen Begriff, denn was die IGA 2027 städteplanerisch formuliert – die Natur als Setzung, als gestalteter und funktionalisierter Raum jenseits romantischer Ursprünglichkeit – ist auch der kuratorische Ansatz dieser Ausstellung: „Oase“ meint hier keinen Rückzugsort, sondern einen Ort, der arrangiert, kultiviert oder durch industrielle Eingriffe überformt wurde. Klassische Landschaftsdarstellungen, Stillleben und Industrie- wie Infrastrukturlandschaften erscheinen so als historische Schichten desselben Verhältnisses, das die IGA 2027 in die Zukunft projiziert: das Verhältnis von Zivilisation und Natur, von Nutzung und Bild.

Blühende Oasen. Zwischen Natur und Nutzung. Werke aus der Sammlung Frank Brabant. Museum Haus Opherdicke.
Blühende Oasen. Zwischen Natur und Nutzung. Werke aus der Sammlung Frank Brabant. Museum Haus Opherdicke.

Weitere Information: www.museum-haus-opherdicke.de