Die Sammlungen des MGKSiegen (Museum für Gegenwartskunst Siegen).
Ausstellung vom 6. Februar bis 14. Juni 2026.

25-jähriges Jubiläum MGKSiegen
Das Museum für Gegenwartskunst Siegen wurde am 6. Mai 2001 eröffnet und feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Seit einem Vierteljahrhundert bietet das Museum mit seinen Sammlungen, seinem Ausstellungsprogramm und den vielfältigen Bildungsangeboten seinen Besucher*innen stets neue Perspektiven auf die Gegenwartskunst und ihre Geschichte.

Charlotte Posenenske (1930-1985) zählt zu den bedeutendsten Vertreterinnen des Minimalismus. Mit ihren „Vierkantrohren, Serie DW“ von 1967 hinterfragte sie konsequent das traditionelle Kunstverständnis. Die aus Pappe gefertigten Rohrskulpturen durchziehen den Raum wie technische Lüftungskanäle und sind bewusst kaum von funktionalen Alltagsobjekten zu unterscheiden. Diese gewollte Nachahmung verstand die Künstlerin als ein „Verschwinden“ der Kunst im Alltag und als Kritik am Kunstbetrieb. Ihr Werk konzipierte sie als reproduzierbare Serienobjekte aus genormten Modulen, deren Aufbau variabel ist und ursprünglich von Helfer*innen mitgestaltet werden sollte. Die Entscheidung für Karton in der Serie DW unterstrich ihr Interesse an günstigen, leicht produzierbaren Materialien und an Kunst als Ware, die für viele zugänglich ist. (Carmen Reichmuth)
Ausstellung „25 Jahre, 25 Werke“
Anlässlich seines Jubiläums präsentiert das MGKSiegen mit der Ausstellung „25 Jahre, 25 Werke“ die Entwicklung des Museums anhand von 25 ausgewählten Arbeiten. Die Werke sind beispielhaft für die Bedeutung und die künstlerischen Schwerpunkte innerhalb der beiden Sammlungen – der Sammlung Lambrecht-Schadeberg mit den Rubenspreisträger*innen der Stadt Siegen und der Sammlung Gegenwartskunst. Bedeutende Malereien des 20. Jahrhunderts treffen auf herausragende Fotografien und installative Arbeiten von den 1960er Jahren bis heute. Formale und konzeptuelle Ansätze verbinden sich dabei mit gesellschaftlichen, politischen und globalen Perspektiven der Gegenwartskunst. Die Werke spiegeln die Ausstellungsgeschichte wider, offenbaren regionale Anknüpfungspunkte und verdeutlichen das große private und öffentliche Engagement, das seit 25 Jahren hinter dem internationalen Kunstmuseum steht.

Die 8. Rubensförderpreisträgerin Lena Henke (*1982) nutzt die Möglichkeiten der Bildhauerei und Skulptur, um die Formung von Körpern als einen sich verändernden Gestaltungsprozess zu verstehen. In ihren Kunstwerken greift Henke tradierte Mythen von binären Geschlechterrollen auf. Sie beschäftigt sich mit räumlichen und sozialen Umgebungen von Stadt, Landschaft oder Design. Formal verbindet sie minimalistische oder natürliche Formen mit surrealistischen Bildern. Ausgehend von ihrer früheren Beschäftigung mit dem Pferdekörper ist im Rahmen ihrer Einzelausstellung im Museum für Gegenwartskunst Siegen und in Zusammenarbeit mit einem Siegener Sattlermeister die Plastik „My Trust“ (2019) entstanden – ein Mischwesen, dessen Beine in einem menschlich wirkenden Pferdefuß enden und an einen Zentauren erinnern. Das braunrote Leder verleiht der Skulptur etwas Unmittelbares. Ein natürliches Material, das man mit Kleidung oder einem Pferdesattel verbindet. Die zungenartige Form, die Gürtel und der hautenge Bezug wecken zugleich Fetisch-Assoziationen. Die Übersetzung einer klassischen Säulenaufteilung – bestehend aus Pferdehuf, menschlichem Fuß und architektonischem Rundbogen – ergibt eine kraftvolle Skulptur, die ein Tor formt, durch das Betrachter*innen hindurchschreiten können. (Thomas Thiel)

MGKSiegen unterwegs
Über den Ausstellungszeitraum hinaus wird das Projekt im Herbst 2026 in den öffentlichen Raum erweitert. Dann ist das MGKSiegen unterwegs und zeigt diese Werke in Form von temporären Präsentationen, Kooperationsveranstaltungen, Workshops und digitalen Formaten an verschiedenen Orten in Siegen und der Region.

Mit Werken von Francis Bacon, Bernd und Hilla Becher, Anna Boghiguian, Miriam Cahn, Mariana Castillo Deball, Lucian Freud, Rupprecht Geiger, Hans Haacke, Hans Hartung, Lena Henke, Candida Höfer, Maria Lassnig, Giorgio Morandi, Otto Piene, Sigmar Polke, Charlotte Posenenske, Bridget Riley, August Sander, Emil Schumacher, Antoni Tàpies, Diana Thater, Sung Tieu, Niele Toroni, Cy Twombly und Fritz Winter.

Assistenzkuratorin: Jessica Schiefer
Die Ausstellung wird gefördert von der Peter Paul Rubens-Stiftung.






Save the Date – Museumsfest!
Vom 29. bis 31. Mai 2026 wird 25 Jahre MGKSiegen mit einem Museumsfest gefeiert. Mehr Informationen dazu finden Sie in den nächsten Wochen auf der Internetseite des MGKSiegen: www.mgksiegen.de

