Ausstellung der Künstlergruppe Kooperative Kunst „KK22“ im Poenigeturm in Menden.
Ausstellung vom 5. Juni bis 22. November 2026
Eröffnung der Ausstellung am 5. Juni 2026 um 19 Uhr (Poenigeturm, Turmstraße in Menden)
Für die Teilnahme an der Ausstellungseröffnung ist eine Anmeldung bis spätestens Mittwoch, 03.06.2026 erforderlich unter Tel. 02373 903-8770 oder per Mail an museum@menden.de
Sonja Heller, Jeannette Obst und Anno Weihs realisieren zum 750. Stadtjubiläum im Poenigeturm drei für diesen Ort geschaffene Resonanzen auf die Stadt Menden und ihre Geschichte. Den Besucher erwarten Raum-, Klang- und Videoinstallation.

Sonja Heller. »Nuncii – Die Boten«
Aus 152 Brieftauben entstand eine Rauminstallation für den Poenigeturm. Kaskadenartig schweben die Objekte aus Steinpapier von oben herab und werden zu Boten durch Raum und Zeit. Sie verbinden uns über 750 Jahre mit dem Jahr 1276 und schweben leicht durch alte, schwere Zeiten in eine unbeschwerte Gegenwart – so würde es sich für Mendener aus dem 13. Jahrhundert wohl darstellen. Und für Mendener in 2026? Wie gestaltet sich ihr Leben im digital-globalen Zeitalter?

Vor über 750 Jahren formte sich die Identität Mendens und einige der kriegerischen Auseinandersetzung, die das Leben der Mendener nachhaltig beeinflusste, zeigen sich auf den mit Jahreszahlen bedruckten Objekten: 1343, 1618, 1803, 1914 und zuletzt 1933. Dem Überfall des Grafen von der Mark 1343 ist der historische Poenigeturm zu verdanken, der danach zusammen mit 11 weiteren Wehrtürmen und der Stadtmauer errichtet wurde. Ein Bollwerk gegen den immer wiederkehrenden Krieg. Nicht nur durch ihn veränderte die Stadt ihr Gesicht und schuf Identität neu, weil sie musste – wie nach den drei furchtbaren Stadtbränden innerhalb von 30 Jahren des 17. Jahrhunderts. Sie tat es aber auch, ohne es zu müssen, als um 1970 ein Drittel der historischen Fachwerkhäuser abgerissen wurde, um ein neues Rathaus inmitten der Altstadt zu errichten. Der Poenigeturm blieb erhalten. Identität im Wandel – aber nicht in Vergessenheit. www.sonjaheller.de


Jeannette Obst. »Hotel der 1000 Sterne«
Mit einer Videoinstallation im Dachgeschoss wird die zeitweilige Unterbringung von Obdachlosen im Poenigeturm thematisiert.

Ende des 19. Jahrhunderts lebten dort zwei Familien mit bis zu zehn Kindern. Gleichzeitig soll dadurch an alle Menschen in und aus Menden erinnert werden, die gegenwärtig (un)freiwillig unter freiem Himmel, im »Hotel der 1000 Sterne«, übernachten: Nichtsesshafte und Geflüchtete, aber auch Wandergesellen und andere Abenteuerlustige. www.jeannetteobst.de
Das Ganze heißt „Hotel der 1000 Sterne“. Und der Titel ist der Sprache der Wandergesellen entliehen, die damit die Übernachtung unter freiem Himmel bezeichnet haben. Ich widme also diese Installation allen Menschen aus Menden, die unter freiem Himmel unterwegs sind, mehr oder weniger freiwillig. Dazu kommen ja auch die Geflüchteten, die auch einen langen Weg zurücklegen mussten und dann sich am Himmel orientieren mussten.
Jeannette Obst
Und was man sieht, ist oder sind verschiedene Himmelsbilder, die ineinander übergehen, verschiedenster Art. Das Video enthält, hier zum Beispiel Bilder vom Himmel über Menden, also real abfotografierter Himmel. Es kommen ja auch Menschen hierher mit anderen Himmelserfahrungen, auch anderen Orientierungserfahrungen und die kennen natürlich dann auch andere Sternbilder. Es sind künstliche Himmel, um den Himmel rankt sich ja viel, ist ja eine anthropologische Konstante. Wir sind ja alle abhängig und jeder hat so seine eigene Himmelserfahrung.
Anno Weihs. »Der Stadt lauschen«
Unter diesem Titel erklingt im Poenigeturm eine elektroakustische Komposition aus unerhörten, digitalen Klängen – akustische Fragmente der Stadt, der Menschen und der Stadtgeschichte. Eine Kombination aus experimentellen Verklanglichungen und realen Klängen und Geräuschen der Stadt entfaltet sich zu einem dichten, auralen Geflecht, das Vergangenheit und Gegenwart hörbar miteinander verwebt und ein akustisches Stadtbild entwirft. www.annoweihs.de
Öffnungszeiten
Jeder 1. und 3. Samstag im Monat von 12 – 13 Uhr – wobei an jedem 3. Samstag auch Künstler*innen anwesend sind. Eintritt ist frei.
Der Poenigeturm




